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Die Nachbarn der Füße - die Knie

Einen wunderschönen guten Morgen alle miteinander!

 

Mittwoch ist hier in meinem Blog Zeit für Körper, Bewegung und Haltung!

 

Nachdem ich in den letzten Wochen zu den Füßen - unserer Körperbasis - geschrieben habe, bewegen wir uns heute eine Etage weiter nach oben zu den Knien.

Die Knie sind das mittlere Gelenk der Beine und geben uns die Möglichkeit, unsere Bewegungen auszubalancieren. 

Das ist eine ziemliche Herausforderung im Gelenk und somit braucht es dazu eine Menge Muskelkraft.

 

Viele sind der Meinung, dass sie wenig bis keine Probleme in bzw. mit den Knien haben und somit auch genügend Muskelkraft. Leider stimmt das in den wenigsten Fällen!

Wer schon mal bei mir Muskeltraining gemacht hat, weiß wie sehr ich auf das Anheben des (wirklich) gestreckten Beines im Langsitz Wert lege. Von vielen sehr gehaßt und bei mindestens genauso vielen sehr effektiv.

 

Immer wieder werde ich gefragt bzw. bekomme ich zu hören, dass Fahrrad fahren die Vorderseite der Oberschenkel kräftigt - sagen ja auch die Orthopäden. Das stimmt nicht!

Denn wenn wir uns biomechanisch anschauen, welche Muskeln tatsächlich während des Tretens auf dem Rad die annähernde Kniestreckung machen, dann ist es mehr die Oberschenkelrückseite und evtl. der Po als die Oberschenkelvorderseite. Noch dazu, weil wir beim Rad fahren nicht in die absolute Knietsreckung kommen (können). 

 

Leider schauen die meisten Docs nicht so korrekt hin oder haben von Biomechanik nur rudimentäre und theoretische Ahnung. Und somit hebt sich diese Aussage dann gleich mal mehrfach auf.

Sorry Orthopäden!

Das trifft im Übrigen auch für manche meiner Kollegen zu! :-(

 

Die absolute Kniestreckung ist tatsächlich nur im Langsitz effektiv und ohne anlehnen des Rückens möglich, da ansonsten Nachbarmusklen mehr als nötig mit einspringen und somit die Kräftigung des Quadriceps (Oberschenkelvorderseite) weitestgehend unterbinden.

Gleichzeitig ist es dann noch wichtig, dass beim Anheben des Beines wirklich von unten (Fuß) nach oben (Oberschenkel) gearbeitet wird. Denn nur, wenn ich darauf achte, dass Fuß, Knöchel, Wade, Knie und dann Oberschenkel angehoben und auch genauso umgekehrt wieder abgelegt werden, erreiche ich ein Maximum an Arbeit des Muskels. Alles andere eben nicht.

 

Ich kann mich erinnern an eine Behandlung - Jahre her - in einer Praxis, als ich eine junge Frau nach einem schweren Unfall mit böser Sprunggelenksverletzung und OP nachbehandelt habe. 

Es kam durch die häufigen Termine pro Woche immer wieder zu Behandlerwechseln, denn nicht 3-4 x die Woche hatte der gleiche Therapeut Zeit. 

Nachdem sie dann 2 - 3x bei mir war und mich für meine Anweisung (s.o. - Reihenfolge) verflucht hatte, kam sie zu mir und erklärte mit, dass sie zukünftig nur noch von mir behandelt werden wollte. Denn da die Kollegen nicht so genau darauf achteten, wie sie das Bein anhob, war für sie erst durch meine Behandlung tatsächlich kurzfristig eine deutliche Verbesserung zu sehen. Und das bestätigte mir meine Überlegung und meine Ausbildung, in der wir nämlich so sehr damit gestriezt wurden, dass wir es im Schlaf konnten. 

 

Und das gilt eben auch für "normales" Kraft- und Aufbautraining. Denn dieser Muskel ist der einzige, der das Knie nachhaltig stabilisiert und hält. 

Das ist im Übrigen auch für alle Knieprobleme ausschlaggebend. 

Somit heißt es also, wer Probleme mit den Knien hat, sollte auf effektives und korrektes Quadricepstraining achten.

Dies sollte also dann auch sinnvollerweise einmal angeleitet werden, da sich leicht und gerne Fehler einschleichen können.

 

Laßt Euch das einmal in Ruhe durch den Kopf gehen!

 

Habt einen schönen Mittwoch und bis Freitag!

 

Liebe Grüße Martina

Naturheilpraxis Körpersinn

Martina Lohan, HP & KG

Markelstr. 56,

12163 Berlin-Steglitz