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Hüftgelenke

Einen schönen Mittwochmorgen an alle! :-)

 

Nachdem ich Euch nun also in meinen letzten Artikeln ein wenig zu den Knien geschrieben habe, sind wir dann heute eine Etage höher bei den Hüften.

Und das sind die Gelenke, die die Beine gegen den Rumpf bewegen - oder umgekehrt. 

 

In der Medizin werden gerne die Gelenke der oberen Extremität (OE) mit denen der unteren (UE) verglichen. - Extremitäten sind die Anhänge am Rumpf außer dem Kopf. - D.h. dann Schultergelenk zu Hüftgelenk, Ellbogen zu Knie, Handgelenk zu Sprung- bzw. Knöchelgelenk und Hand und Finger zu Fuß und Zehen. 

Und damit gibt es viele Parallelen und Ähnlichkeiten, aber auch Abweichungen. 

 

Eine dieser Abweichungen ist, dass das Hüftgelenk nicht wie das Schultergelenk an der Seite sitzt, sondern auf der Mitte der Leiste und somit nach vorne zeigt und auch dorthin bewegt. Das hat dann zur Folge, dass Bewegungen des Beines nicht am Körper vorbei gehen, sondern in den vorderen Bereich des Körpers ausgeführt werden. Im Gegensatz dazu sind die Arme im Schultergelenk seitlich am Rumpf bewegbar und haben auch ein viel größeres Ausmaß.

Zusätzlich ist das Hüftgelenk ein wesentlicher Faktor, was das Becken und die Lendenwirbelsäule (LWS) in Beweglichkeit, aber auch in Unbeweglichkeit betrifft.

 

Ihr müßt Euch das so vorstellen, wie einen Stock, den Ihr nicht seitlich an eine Kiste stellt - das wäre der Arm im Schultergelenk - sondern vorne an die Kiste anlehnt. Wenn Ihr jetzt versucht den Stock zu bewegen, kann der, der an der Seite steht seitlich an der Kiste vorbei bewegt werden. Das ist der Vergleich zur Schulter.  Der Stock der vorne an der Kiste angelehnt ist, kann jedoch nur von der Kiste weg oder auf sie zu bewegt werden. Bzw. wenn der Stock den Kontakt zur Kiste behält, kann er nur nach vorne und wieder an die Kiste ran bewegt werden. So ähnlich ist das dann mit den Beinen. 

Zusätzlich sind die Arme und Beine nicht angelehnt wie der Stock, sondern genau dort befestigt. Somit bewegt sich das Becken mit, wenn sich die Beine bewegen. Die Schulter ist jedoch ohne großes Zutun des Rumpfes voll beweglich.

 

Mit diesem Bild wird vielleicht auch klarer, warum Probleme im unteren Rücken oft von den Beinen herrühren. Denn dadurch, dass die Beine mehr Bewegungsmöglichkeit haben, wenn das Becken sich mitbewegt, braucht es in der Rückenmuskulatur mehr Kraft damit das ganze sich weit bewegen läßt. - Bleibt bei dem Bild mit der Kiste und dem Stock!

Und da die Rückenmuskulatur ja bis zum Nacken - zumindest teilweise reicht - wird auch klarer, warum sich mit der Zeit die Beschwerden bis zum Kopf und sogar in den Kopf ausbreiten. (Die Probleme, die bei den Schultern auftreten, beschreibe ich, wenn wir an den Schultern sind und die Bewegung der Wirbelsäule insgesamt nach Hüfte und Becken.).

 

So ist im Umkehrschluß dann auch zu verstehen, warum mehr Beinkraft durchaus eine Entlastung des Rückens bedeutet - hoffe ich! ;-)

Also heißt es, Muskulatur der Beine auftrainieren und Rücken entlasten. Und Kraft in den Beinen heißt bessere Stabilität als Kraft aus der Rückenmuskulatur. 

 

Beobachtet Euch und Eure Bewegungen der Beine in den nächsten Tagen und vergleicht sie mit dem, was ich Euch oben beschrieben habe. Gerne könnt Ihr mir bei Fragen dazu, aber auch bei Erkenntnissen schreiben. 

 

Dann habt eine beobachtungsvolle Woche und einen wunderbaren Tag!

Wir lesen uns am Freitag wieder!

Liebe Grüße Martina

Naturheilpraxis Körpersinn

Martina Lohan, HP & KG

Markelstr. 56,

12163 Berlin-Steglitz